EMDASH Award 2011 And the winner is...
Die Stuttgarter Künstlerin Anahita Razmi wurde mit dem hoch dotierten EMDASH Award ausgezeichnet. Andrea Dibelius, Gründerin der EMDASH Foundation, die diese Auszeichnung gemeinsam mit der Londoner Kunstmesse Frieze Art Fair ausschrieb, bezeichnet die politisch motivierte Arbeit Razmi’s als provokant und gleichzeitig topaktuell.
Bereits im Februar 2011 schrieb die EMDASH Foundation unter der Leitung von Andrea Dibelius gemeinsam mit der Kunstmesse Frieze Art Fair in London den mit einem Preisgeld in Höhe von £ 10.000 dotierten EMDASH Award aus.
Neben der finanziellen Unterstützung eines Newcomers der internationalen Kunstszene sah die Ausschreibung auch die Präsentationsmöglichkeit für die Arbeit des prämierten Künstlers vor: der EMDASH Award ermöglicht es dem Gewinner, auf der Frieze Projects 2011 – einem Teilbereich der Londoner Kunstmesse Frieze Art Fair, die jeden Oktober stattfindet und von Andrea Dibelius und EMDASH gefördert wird – unentgeltlich auszustellen und an einer Gastausstellung in den Gasworks in London teilzunehmen. Ein großzügiges Engagement, das der Jury bestehend aus internationalen Kunstexperten und Künstlern insgesamt über 579 Bewerbungen aus aller Welt bescherte.
Die Wahl der Jury rund um Andrea Dibelius fiel auf das Werk der Stuttgarter Künstlerin Anahita Razmi. In einer aufwendig konstruierten Videoinstallation, die auf die Arbeit „Roof Piece“ der amerikanischen Tanz-Choreografin Trisha Brown Bezug nimmt, zeigt Razmi, wie die politischen Demonstranten in Teheran nach der Präsidentschaftswahl von Mahmud Ahmadinedschad die Skyline ihrer Stadt für Protestaktionen nutzten.
Der Reiz des progressiven Werkes liege nicht nur in der Aktualität, wie es Andrea Dibelius beschreibt, sondern auch in der kritischen und gleichzeitig provokanten Herangehensweise an die brisante Thematik. Hierin überschneide sich die Philosophie und der hohe Anspruch der EMDASH Stiftung von Andrea Dibelius mit Razmi’s Intension, denn die Stiftung habe es sich zum Ziel gesetzt, viel versprechende Projekte aus den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft finanziell zu fördern. Dabei stehe immer die alles umfassende, intelligente Idee im Vordergrund, aber auch die bewusste Überschreitung von Grenzen und Disziplinen um zu einem gemeinsamen Ziel zu kommen, wie es Andrea Dibelius erklärt. Razmi zeigt sich hier erstmals interdisziplinär und verbindet zwei Topics, die ihre gesamt Arbeit beeinflussen: Gender-Studies und Identität auf der einen, Kultur und Nationalstolz auf der anderen Seite.
Anahita Razmi studierte an der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart, besuchte das Pratt Institute in New York und die Bauhaus-Universität in Weimar. Unter anderem war sie auf Veranstaltungen wie Videonale 13, Division by Zero, Carbon 21, im Kunstmuseum in Bonn und im Kunstverein Friedrichshafen vertreten.